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Wie grüße ich richtig

Je anonymer Ihr Umfeld, desto seltener der Gruß. Vermeiden Sie, lautstark grüßend das überfüllte ICE-Abteil zu betreten, während es einem Faux­pas nahe käme, beim Betreten eines kleinen Geschäfts die Begrüßung Ihres Gegenübers nicht zu erwidern.

Verbal geäußerte Grüße sind z.B. „guten Tag!“, „Tag!“, „hallo!“, „grüß Gott!“, „grüß dich“ bzw. „grüß Sie“ (davon abgeleitet „grüß Eahna“ (im bairischen) sowie „grüezi“ in Teilen der deutschsprachigen Schweiz), „servus!“, „salve!“, „Moin!“, „willkommen!“, „Mahlzeit!“, „Glück auf!“, „gude“, „peace“ oder „hi!“.

Die "Begrüßung" ist sehr häufig der erste Tagesordnungspunkt in Sitzungen und ähnlichen Gruppenveranstaltungen. Oberflächlich betrachtet, erscheint sie in der Regel als im Vergleich zu den folgenden Tagesordnungspunkten unbedeutend. Als Tagesordnungspunkt ermöglicht die Begrüßung jedoch, Rollenverteilungen in Sitzungen protokollarisch festzuhalten, ohne dass dies als Beeinflussungsmethode offen sichtbar und damit diskutierbar wird. Als erste Aktivität in einer Begegnung sichert sie dem Grüßenden die wichtige einleitende Initiative in der Begegnung, die im Fall von Sitzungen dann auch formal dokumentiert wird.

Die Begrüßung wirkt hier als Führungsinstrument. Ihre Gestaltung hilft dem Grüßenden, den Charakter der nachfolgend beginnenden Kommunikation auf einen von ihm gewünschten anfänglichen Arbeitspunkt zwischen Symmetrie und Komplementarität zu legen. Sind die Teilnehmer der Sitzung nicht in Beeinflussungsmethoden geschult, können ihre Rollen mit der Begrüßung effektiver manipuliert werden, als das bei einer expliziten Rollenklärung der Fall wäre.

Gruß-Gesten:

  • Einander Zunicken demonstriert in unterschiedlichem Maße gesellschaftliche Anerkennung unter Gleichgestellten.
  • Verneigung oder Verbeugung demonstrieren Respekt.
  • Die erhobene rechte offene Hand (Indianer) symbolisiert, dass der Grüßende keine Waffe hat.
  • Das Erheben der rechten Hand seitlich zur Stirn, mit dem kleinen Finger nach außen (Militärischer Gruß) signalisiert: wir sind Kampfgefährten.
  • Das Erheben der offen rechten Hand und anschließendes Berühren des linken Oberkörpers (Herzposition) mit der rechten Faust bedeutet: One Peace, One Love und ist unter Reggae-Leuten üblich.
  • Das Händeschütteln (Handschlag) (Europa) drückt Verbundenheit aus auf gleicher Augenhöhe.
  • Umarmung als gesteigerte Form, Verbundenheit zu zeigen
  • Der Kuss bestätigt eine Zusammengehörigkeit in besonderem Maße (abgeleitet vom Füttern eines Babys mit dem Mund der Mutter nachdem diese das Essen vorgekaut hat).
  • Hiervon abgeleitet verwenden die Eskimos den Nasenkuss (zwei Münder würden bei der Kälte zusammenkleben)
  • Ebenfalls abgeleitet hiervon ist der Wangenkuss bzw. das Aneinanderreiben der Wangen bei den Moslems (ein direkter Mundkuss könnte andere neidisch machen).
  • Niederwerfung, Fuß- und Kniefall oder die Abnahme der Kopfbedeckung symbolisieren Unterwerfung.
  • Hände auf unterschiedlichen Höhen (zum Gruß eines Höhergestellten: Hände oberhalb des Kopfes; bei einem Gleichgestellten: auf Kopfhöhe; bei Niedrigergestellten: unter Kopfhöhe.

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