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Gut gemeint und doch daneben

In Alltagssituationen meinen es viele Menschen gut – liegen jedoch häufig daneben. So kann es gehen, wenn man die Wirkung des eigenen Verhaltens auf eine andere Person nicht genau einschätzen kann. Umso schwieriger wird es, jemanden zu kritisieren, wenn man genau weiß, sein Verhalten ist nur guter Wille und beste Absicht. Es ist durchaus möglich, so zu kommunizieren, dass andere offen und interessiert reagieren. Dies ist möglich, ohne die eigene Position zu verleugnen. Zustimmungstechniken helfen weiter, denn sie provozieren nicht.

Es geht darum, die Meinung des Widersachers zu respektieren, um gleichzeitig das zu vermitteln, was Sie fair richtig halten. Beim Wort "aber" stellten wir fest, dass es den Standpunkt des Gegenübers abwertet. Mit einer Zustimmung (und sei es nur in einem Teilbereich) schaffen wir eine Verbindung und lenken das Gespräch ohne hemmend Widerstände. (Ich akzeptiere die Stimmung des Widersachers, seine Gefühle.) Angenommen, jemand sagt zu Ihnen: "Das stimmt ganz und gar nicht" und Sie entgegnen "Doch das stimmt. Ich irre mich nicht." Zwangsläufig werden sich die Fronten verhärten. Sie könnten jedoch auch flexibel reagieren, zum Beispiel: "Ich respektiere Ihre Haltung und ich glaube, wenn Sie meinen Standpunkt anhören, werden Sie vielleicht anders denken." Wir haben gesehen, wir akzeptieren zwar die Gefühle des Partners, aber nicht den Inhalt seiner Aussage.

Fragen können öffnen. Fragen signalisieren auch Interesse. "Was möchten Sie verändern?" oder "Wie wollen Sie das Problem angehen?" Durch gezieltes Fragen wechseln wir vom Problem zu den Lösungsansätzen. Es lohnt sich, diese Technik zur Gewohnheit zu machen. Vermeiden Sie das "Warum"; Verwenden Sie das Fragewort WIE? Die Begründung ist einfach: "Warum"- Einleitungen führen in der Regel zu Rechtfertigungen, Ausflüchten oder billigen Entschuldigungen. Mit dem "Wie" kommen wir weiter, in Richtung "Verbesserung der unbefriedigenden Situation".

Lassen wir den Beurteilten sich selbst beurteilen . Es ist erstaunlich, wie selbstkritisch die meisten Menschen sind. Obwohl es auch uneinsichtige blinde und "dumpfe" Mitbürger geben kann, dürfen wir davon ausgehen, dass unerwartet viele Menschen die eigenen Mängel selbst erkennen. Selbsterkenntnis ist und bleibt der schnellste Weg zur Besserung fragwürdiger Situationen. Begreifen Sie Konflikte als Chancen. Allzu oft vermeiden wir Konflikte (durch Ausweichen), auch dort, wo sie ausgetragen werden sollten. Wir klammern allzu gerne die Emotionen aus; lassen uns dann von unerwarteten Emotionen überschwemmen und vom Ziel abbringen. Wenn wir die eigenen Konflikte, Auseinandersetzungen mit Partnern oder zwischen Gruppen meistern wollen, so gilt es, gewisse Spielregeln zu beachten. Brücken dürfen bei Kommunikationsprozessen nie abgebrochen werden. Wohlwollen und Höflichkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine taugliche Streitkultur im Beruf und Alltag.

 


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