Die Dialektfalle
So schön Dialekte wie "Grüß Gott" in Bayern oder "Moin, Moin" in Hamburg klingen mögen - lassen Sie es, wenn Sie nicht aus der Region stammen. Bleiben Sie in solchen Fällen lieber beim neutralen "Guten Tag".
Globalisierung und Regionalisierung sind zwei Trends der heutigen Zeit. Zu letzterem gehört auch die Pflege des Dialekts. Dabei sollten Sie zwischen Privat- und Geschäftsleben unterscheiden. Ob quatschen, schnacken, schwätze oder babbele, viele Deutsche sprechen Dialekt. Mundart ist aber oft mehr als Sprache und transportiert regionales Lebensgefühl.
Dialekte in Deutschland, sprich Mundarten, werden vor allem noch im Süden gesprochen. Heute weniger als früher. Sie sind fast wie eigenständige Sprachen. Wer nicht mit einem Dialekt aufgewachsen ist, muss ihn regelrecht lernen und meist bleibt ihm ein Akzent. Mundarten spricht man. Geschrieben werden sie nur selten. Und normalerweise sind Dialekte regional sehr begrenzt: Bayrisch ist für einen Friesen Chinesisch und umgekehrt.
Im Geschäftsalltag setzen Sie bitte Ihren Dialekt „gut dosiert“ einsetzen. Es ist Ihre regionale Identität – bitte stehen Sie dazu selbstbewusst und ohne Übertreibung! Wenn zwei Dialektsprechende aufeinander treffen fördert das rasch die Verbundenheit. Andererseits könnten sich ein Schwabe und ein Ostfriese auch schnell missverstehen. Eine Tendenz zum Hochdeutschen wäre in diesem Fall bei beiden angebracht.
Wie die korrekte Kleidung den ersten Eindruck stark beeinflusst, so ist der Dialekt ebenfalls als erste akustische Wahrnehmung entscheidend. Ganz besonders im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern, die sich bemühen, ein gutes Deutsch zu sprechen, ist es unsere Pflicht, in gut verständlichem Deutsch zu kommunizieren.
Von der Mundart ins Hochdeutsche zu wechseln gelingt manchen problemlos, anderen gar nicht. Bevor Sie unbeholfen wirken, bleiben Sie in der Form, in der Sie sich sicher fühlen. Schämen sollte sich wegen seines Dialekts jedoch keiner. Im Gegenteil: Eine mundartliche Einfärbung zeigt eine natürliche Sprechweise und lässt denjenigen eher sympathisch und individuell erscheinen.
Wissenschaftler haben übrigens herausgefunden, dass Schwaben und Sachsen zum Beispiel das „r“ nicht vorne mit der Zunge rollen, sondern eher hinten im Gaumen. Es ist doch einfach wunderbar, dass nicht alle Menschen gleich sind.




