Der amerikanische Smalltalk
Amerikaner lieben es, vor dem Geschäft etwa 5-10 Minuten Smalltalk zu halten. Die typischen Themen sind hierbei Sport und Hobbys, vermeiden Sie Meinungsäußerungen zu den Themen Politik, Sex und Religion. In Unterhaltungen mit US-Amerikanern gilt stets das Motto „to run with the ball“. Das heißt, dass man sich gegenseitig Fragen und Antworten zuspielt, sodass keine Pausen entstehen, die gemeinhin als äußerst unangenehm empfunden werden und deshalb möglichst vermieden werden sollten. Versäumen Sie es nicht, Ihrem Gesprächspartner regelmäßig in die Augen zu schauen. In geschäftlichen Meetings sollten Sie Flexibilität an den Tag legen, wenn die Agenda nicht eingehalten wird. Oft handeln amerikanische Geschäftsleute weniger durchdacht und strukturiert als ihre deutschen Kollegen, handeln dafür aber spontaner und probieren mehr Arbeitsansätze und Problemlösungen aus.
Schimpfwörter wie „fuck“ und „shit“ sollten Sie unbedingt vermeiden. Männer sollten sich mit Blicken, Bemerkungen und Berührungen sehr zurückhalten, da die Grenzen zur „sexual harassment“ (sexuelle Belästigung) in den USA sehr fließend sind und bei Klagen hohe Schadensersatzforderungen drohen. Als Vorsichtsmaßnahmen gegen Missverständnisse im Sinne sexueller Belästigung vermeiden Sie figurbetonte Komplimente, mehrdeutige Witze sowie Berührungen. Lassen Sie bei Unterredungen die Tür offen stehen für Zeugen und vermeiden Sie es im Geschäftsleben, Frauen hinterherzusehen.
Zur Begrüßung reicht oft ein einfaches „How do you do?“ oder „How are you?“ („Wie geht's?“), worauf sie mit „Fine“ (gut) oder „Very well, thank you“ („Sehr gut, danke“) antworten können, um anschließend die Frage zurückzugeben. Als Anredeform gelten „Mr.“ (Mister) oder „Ms.“ (Miss) und der Nachname (z. B. Mr. Smith). Die Bezeichnung „Mrs.“ (Misses) sollten Sie nur auf ausdrücklichen Wunsch hin benutzen. Die deutsche Direktheit kommt bei den Amerikanern oftmals als beleidigend an. Vielmehr ist es üblich, alles Positive zu loben und Kritik eher zwischen den Zeilen anzubringen. Generelle Einladungen zu Grillabenden oder ähnlichen Veranstaltungen werden zwar häufig ausgesprochen, sie gelten jedoch nur als Höflichkeit und sind meist nicht verbindlich. Nur Einladungen mit konkreten Terminen sollten Sie Folge leisten. Gastgeschenke sollten bei solchen Gelegenheiten den Wert von 20 Dollar nicht überschreiten, Blumen für die Frau oder eine Flasche Wein sind hierbei eine gute Möglichkeit. Bei eventuellen Führungen durchs Haus ist es auch durchaus üblich, das Schlafzimmer vorzuführen. Nach dem Termin machen Sie mit einer „Thank-you note“ einen guten Eindruck.
Pünktlichkeit ist bei Geschäftstreffen oberstes Gebot. Zur Begrüßung erfolgt bei Geschäftsleuten ein kurzer, fester Händedruck, wobei man sich einander in die Augen schaut. Amerikaner stellen einander gern und oft vor, dabei wird häufig die besondere Leistung der Personen hervorgehoben. Visitenkarten werden im Geschäftsleben schnell überreicht und gleich weggesteckt. Nach der Vorstellung spricht man sich oft mit Vornamen an. Dies ist jedoch typisch in der Geschäftswelt und handelt sich nicht um besondere Vertrautheit oder Freundschaft. Halten Sie außerdem zu Ihren Geschäftspartnern immer etwa eine Armlänge Abstand.




