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Andere Länder, andere Sitten

In anderen Ländern und Kulturen gibt es auch andere Verhaltensweisen. Verhalten, das bei uns als positiv empfunden wird, kann im Ausland als Respektlosigkeit interpretiert werden, bestenfalls wird es mit Unverständnis registriert. Manchmal kann es sogar zum Abbruch von Geschäftsbeziehungen und zum Verlust eines Geschäfts führen.

Dagegen kann das richtige Auftreten so manche Türe öffnen. Denn wer weiß, was im Ausland von einem erwartet wird und wo die Fettnäpfchen lauern, erspart sich nicht nur böse Blicke, sondern gewinnt auch Sympathie.

Es geht bei Geschäftsreisen nicht darum, die Landessprache perfekt zu beherrschen. Doch wer zumindest ein paar Sätze sprechen kann, erfreut mit der höflichen Geste und zeigt Interesse über das Geschäftliche hinaus. Gleiches gilt etwa für Geschäftsessen, wenn Ihnen ungewohnte Speisen serviert werden: Seien Sie nicht zu pingelig und probieren Sie zumindest, um Ihre Gastgeber nicht zu enttäuschen.

Wie bei jedem Aufenthalt im Ausland gehört das Gespür für die jeweilige Situation und die Menschen dazu, sich angemessen zu verhalten. Ignoranz gegenüber den kulturellen Eigenheiten ist dabei ebenso fehl am Platz wie übereifriges Anpassen: Die eigene kulturelle Identität muss man nicht verstecken. Wer zu Hause über gute Umgangsformen verfügt, wird auch im Ausland nicht anecken. Grundzüge der landestypischen Gebräuche sollten Sie aber kennen und achten.

In den skandinavischen Ländern gelten in kleinen Unternehmen oft flache Hierarchien. Anders in Großunternehmen, dort werden besonders in Schweden und Finnland die üblichen Hierarchien beachtet. Finnen legen Wert auf die förmliche Anrede, also unbedingt Geschäftspartner mit ihrem Titel anreden (z.B. »Herr Direktor«). Auch in Schweden trifft man häufig auf den Titel »directör«, der von der Bedeutung unserem Doktortitel entspricht.

Westeuropa (Frankreich, Großbritannien, Irland) Frankreich gilt als hierarchisch stark gegliederte Gesellschaft. Autoritär geführte Unternehmen sind häufig und französische Chefs delegieren kaum. Akademiker aus den angesehenen Eliteschulen und alteingesessene Großgrundbesitzer stellen die Führungsriege im Land. Sehr wichtig sind in Frankreich Titel, außerdem wird Wert auf Beziehungen und Netzwerke gelegt. Von Deutschen wird erwartet, dass sie Termine absolut pünktlich wahrnehmen, allerdings tun es Ihnen deshalb französische Geschäftspartner nicht zwingend gleich.

In Großbritannien gibt es Verhaltensformen und Normen, die je nach Gesellschaftsschicht variieren. Verbindend ist der Hang zur Tradition. Achten Sie unbedingt auf die unterschiedliche regionale Herkunft und sprechen Sie nie von »dem Engländer«. Pünktlichkeit, Geduld und Höflichkeit sind genau wie gute Tischmanieren sehr wichtig. Es gibt in Großbritannien viele Titel und Orden, Briten legen aber keinen Wert darauf, mit ihnen angeredet zu werden. Im Gegenzug reden Briten ihre ausländischen Geschäftspartner sehr wohl mit Titel an.

  • Bereiten Sie sich auf jedes Land individuell vor und erkunden Sie sich über den jeweils gültigen Knigge bzw. Verhaltenskodex. Fragen Sie Kollegen, die bereits dort waren, worauf zu achten ist
  • Begegnen Sie den Menschen mit Respekt und Achtung. Versuchen Sie, auf die landesspezifischen Eigenheiten einzugehen und akzeptieren Sie diese, wie z.B. gedeckte Kleidung in muslimischen Staaten. Wenn Sie nicht wissen, welches Verhalten von Ihnen erwartet wird, fragen Sie Ihren Gesprächspartner
  • Erlernen Sie die wichtigsten Höflichkeitswörter der Landessprache. Sprechen Sie langsam und deutlich
  • Seien Sie sparsam mit Körpersprache und Berührungen. Beobachten Sie, wie Ausländer, die bereits längere Zeit im Land verweilen, sich verhalten und passen sich daran an
  • Seien Sie offen und lassen Sie sich auf die Sitten des jeweiligen Landes ein. Probieren Sie die traditionellen Speisen

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